Dominanter Diskurs, Staatspropaganda und Gegennarrative im iranischen Kontext (2025-2026): Eine kritische Analyse der globalen Medienberichterstattung

Geschrieben von: Reza Aschuri

Zusammenfassung Dieser Aufsatz untersucht die theoretischen und empirischen Dimensionen der Staatspropaganda, wie sie von der Islamischen Republik Iran während der Krise 2025-2026 praktiziert wurde. Er integriert grundlegende theoretische Rahmenbedingungen aus Medienwissenschaft, Kulturtheorie und politischer Ökonomie, um zu analysieren, wie dominante Diskurse produziert werden, wie globale Nachrichtenagenturen sie variabel reproduzieren oder widerstehen, und wie das Publikum kritische Werkzeuge entwickeln kann, um Propaganda von unabhängiger Berichterstattung zu unterscheiden. Unter Bezugnahme auf wissenschaftliche Quellen, die durch zuverlässige Nachrichtenagentur-Untersuchungen bestätigt werden, argumentiert der Aufsatz, dass Propaganda ein strukturelles Phänomen ist, das systematische analytische Strategien erfordert. Schlüsselwörter: Staatspropaganda, dominante Diskurse, Gegen-Erzählung, Medien-Rahmung, Iran-Proteste   Einführung Als Tausende von Iranern am 28. Dezember 2025 auf die Straßen gingen, sah sich die Islamische Republik der größten Welle von Volksunruhen seit 1979 gegenüber. Die Reaktion des Regimes war schnell und tödlich. Am 8. und 9. Januar 2026 entfesselten iranische Sicherheitskräfte, einschließlich der IRGC und der Basij-Miliz, was Menschenrechtsbeobachter, Augenzeugen und unabhängige Journalisten als koordinierte Massaker beschrieben. Die geschätzten Todeszahlen reichten von der eigenen Zahl der Regierung von 3.117 bis zu den Schätzungen unabhängiger Beobachter von 12.000 bis 36.500 getöteten Zivilisten (Al Jazeera, 2026a; Euronews, 2026). Diese atemberaubenden Diskrepanzen sind nicht zufällig. Sie sind das Produkt einer bewussten und raffinierten Informationskriegsstrategie, die dieser Aufsatz durch sechs theoretische Rahmenbedingungen analysiert: Stuart Hall (1980), Michel Foucault (1969), Edward Herman und Noam Chomsky (1988), Antonio Gramsci (1971), Robert Entman (1993) und Jacques Ellul (1965/2021).   Die Architektur der Staatspropaganda: Theoretische Grundlagen Macht, Wissen und die Herstellung von "Wahrheit" Michel Foucaults Konzept der Macht-Wissen-Beziehung bietet die grundlegendste Perspektive, um zu verstehen, wie Staatspropaganda funktioniert, nicht als einfaches Erzählen von Lügen, sondern als strukturelle Kontrolle darüber, was in einer Gesellschaft als Wahrheit gilt. Für Foucault ist Diskurs kein neutraler Reflexion der Realität; er ist eine Praxis, die "systematisch die Objekte formt, über die sie spricht" (zitiert in Poorghorban, 2023, S. 3). Wer die dominante Diskussion kontrolliert, kontrolliert die Grenzen des erlaubten Denkens, einschließlich dessen, was als legitimer Protest und was als Kriminalität gilt. Dies erklärt, warum IRIB Demonstranten konsequent als "Plünderer", "Saboteure", "Terroristen" und Agenten Israels und der Vereinigten Staaten darstellt: nicht, weil diese Bezeichnungen verifizierbar sind, sondern weil sie dazu dienen, Demonstranten außerhalb des moralischen Universums der ir…

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