Politische Intrigen
Geschrieben von: Student
In den Krieg der Erzählungen zu ziehen, gleicht dem Anlegen einer stählernen Rüstung auf den Leib der Nerven und der Seele. Hungrige Gehirne sind nicht auf der Suche nach neuen Ideen, sondern nach einer sofortigen Nachricht; durstig nach Dopamin und allem, was das Gehirn in einer dunklen, bodenlosen Höhle herausschreit: »Ich will mehr.« Als ob kein Echo, keine Spur einer Stimme von irgendeinem Lebewesen für lange Jahre aufsteigen würde. Sie sind damit beschäftigt, die zugenähten Puppen im Spiegel zu zerreißen, oder vielleicht haben sie es gehört und tun nur so, als nicht! Still! Hand in Hand, ohne ihre Komplizenschaft zu bekennen. Worauf starren sie? Auf die tausendjährige Errungenschaft, den Körper zentimeterweise bei jedem Ein- und Austritt in diesen stinkenden Friedhof zu mustern?! Dreck auf dieses Getriebe! Sie streuen Dreck. Sie streuen Dreck auf das Aufbauen, indem sie sich am Wiederaufleben weiden! Sie schütten keine Informationen aus, aber im Innern ritzen sie immer wieder in die Wände des zusammengesunkenen Körpers. Eine verführerische Erzählung setzt sich unaufhörlich auf die Zungen; wer spielt absichtlich den Dummen? Vielleicht ein Kind, das etwas gestohlen hat und sich nicht erinnert, spielt wissentlich den Dummen, damit man es seiner Kindheit zuschreibt. Inzwischen droht ein Kadaver als Antwort auf die Nachricht eines anderen Kadavers, der gefaltet und geblümt wurde: Was für eine Blume hat man ihm aufgesetzt! Die Straßenerzählung wird mit Schwüren, Koranversen, Hadithen, Gezeter und Koketterie und einigen unberührten Opferschalen mit einer Prise rosa Doppelschläfen hineingepresst; »Reindrücken« ist das Schlüsselwort der vergangenen Tage, aber keiner gibt es zu. Ein Bohnenverkäufer schreit: Heiß, heiß!! Die Nachrichten werden noch einmal mit einem Fingerschnipp, von den neuesten an, wiederholt. Die Erzählungen sind Gesprächsstoff in den Versammlungen; alle sind sie auswendig gelernt.